Eichenprozessionsspinner

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Seit Anfang der 2000er Jahre breitet sich der Eichenprozessionsspinner deutschlandweit aus. In den letzten Jahren wurde er auch in der SG Herzlake festgestellt. In den warmen Monaten sind die Raupen, deren Nesselhaare beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können, an vielen Bäumen in den Mitgliedsgemeinden vorzufinden.

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Die Samtgemeinde Herzlake rät allen Bürgerinnen und Bürgern dringend, Raupen und Nester nicht zu berühren, sich nicht für längere Zeit in deren Nähe aufzuhalten und insbesondere Kinder über die Gefahren aufzuklären.


Häufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner:

An einem meiner privaten Bäume ist ein Nest. Was sollte ich tun?

Sie sollten das Nest von einem Fachbetrieb entfernen lassen. So schützen sie sich selbst, Ihre Familie, Ihre Nachbarn sowie Passanten vor möglichen gesundheitlichen Folgen. Die Samtgemeinde Herzlake rät ausdrücklich davon ab, die Raupen und Nester selber zu entfernen.

Der Kontakt mit den Brennhärchen der Raupen kann die Gesundheit gefährden. Die Brennhärchen sind sehr fein. Für den Umgang mit den Raupen und Nestern ist daher eine spezielle Schutzausrüstung notwendig. Fachbetriebe haben eine solche Ausrüstung. Außerdem haben sie die notwendige Technik. 

Ein Fachbetrieb kümmert sich auch um die fachgerechte Entsorgung der Raupen und Nester.

Fressen Vögel Eichenprozessionsspinner?

Es gibt verschiedene Vogelarten, die die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen. Einige fressen sie nur bis zur Entwicklung der Brandhaare im dritten Larvenstadium, einige auch darüber hinaus.

Leider stellt der Naturschutzbund (Nabu) in den vergangenen Jahren einen zunehmenden Rückgang der Vogelpopulation fest. Um die Vogelpopulation zu erhöhen, wurden an einigen Stellen Niskästen aufgehängt.

Außerdem setzt sich die Samtgemeinde Herzlake gegen den negativen Trend der sogenannten Kiesgärten ein.

Weitere natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners sind zum Beispiel bestimmte Schlupfwespenarten. Auch diese benötigen möglichst vielfältige Gärten und Grünflächen als Lebensraum.

Die Samtgemeinde Herzlake legt daher unter anderem spezielle Blühwiesen an. Auf ihnen wächst eine Mischung von Pflanzen, die auf die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners abgestimmt ist.

Hilft es, Frischhaltefolie um Baumstämme zu wickeln?

Nein, das Umwickeln von Baumstämmen mit Folie hilft nicht gegen den Eichenprozessionsspinner. Dadurch wird lediglich Folie verschwendet und die Umwelt unnötig verschmutzt. Bitte verzichten Sie daher auf diese Methode.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners kommen nicht aus dem Boden. Sie schlüpfen aus winzigen Eiern, die sich direkt an den Ästen und Stämmen im oberen Bereich der Bäume befinden.

Die Raupen wandern auch nur in seltenen Fällen den Baumstamm bis zum Boden hinunter. Sie bewegen sich vorranging zwischen der Baumkrone und ihrem Nest, das meistens am Stamm unter einer Astgabel hängt.

Hinzu kommt, dass Raupen durchaus in der Lage sind, über eine glatte Folie zu krabbeln, ohne herunter zu fallen.

Ich habe ein Nest an einem öffentlichen Baum entdeckt. Was soll ich tun?

Es ist notwendig uns die Nester zu melden. Damit wir die Nester an den gemeindeeigenen Bäumen entfernen können oder den Befall an die jeweiligen zuständigen Behörden weiterleiten können. Ebenso können wir den Befall dann dokumentieren.

Ich habe ein Nest entdeckt und gemeldet. Wann wird es entfernt?

Die Mitarbeiter unserer Bauhöfe Herzlake und Lähden entfernen grundsätzlich einmal pro Woche die gemeldeten Nester. Es können aber nicht alle Nester im entfernt werden. (Siehe Frage "Warum werden nicht alle Nester abgesaugt?")

Ich habe oder möchte ein Nest an einem meiner privaten Bäume entfernen lassen. Wer bezahlt das?

Die Kosten für die Entfernung von Eichenprozessionsspinnern an Ihren privaten Bäumen sind von Ihnen selbst zu tragen.

Ich oder meine Familienmitglieder hatten Kontakt zu den Raupen oder zu einem Nest. Was soll ich tun?

Wenn es zu einem direkten oder indirekten Kontakt gekommen ist, sollten Sie:

  • die Kleidung wechseln und reinigen
  • duschen und die Haare waschen
  • die gereizten Hautbereiche nicht kratzen
  • zur Behandlung gereizter Hautbereiche gegebenenfalls geeignete Produkte aus einer Apotheke besorgen
  • beim Auftreten von starken Hautreizungen, Atembeschwerden oder Augenreizungen ärztlichen Rat einholen.

Mein Haustier hatte Kontakt zu Raupen oder Nestern. Was soll ich tun?

Auch Haustiere - wie zum Beispiel Hunde oder Katzen - können nach Kontakt mit Raupen oder Nestern des Eichenprozessionsspinners allergische Reaktionen zeigen. Sollten diese Reaktionen sehr stark sein, sollten Sie tierärztlichen Rat einholen.

Zur Vorbeugung sollten beispielsweise Hunde in der Nähe von Eichenbäumen stets an der Leine geführt und das Wühlen im Laub unter Eichenbäumen unterbunden werden.

Seit wann ist der Eichenprozessionsspinner in der Samtgemeinde Herzlake?

Der Eichenprozessionsspinner wurde 2014 erstmals in Samtgemeinde Herzlake festgestellt. Damals handelte es sich noch um eine sehr kleine Population.

Seitdem hat der Befall jedes Jahr zugenommen. Seit 2018 geht die Samtgemeinde Herzlake aktiv gegen die Eichenprozessionsspinner vor, indem sie die Nester mitsamt den Raupen durch Fachunternehmen bzw. durch die Bauhofsmitarbeiter absaugen lässt. Dabei werden die abzusaugenden Standorte nach einer Handlungsempfehlung des Landes Niedersachsen und der kommunalen Spitzenverbände ermittelt und kategorisiert. Durch Pressemitteilungen, Informationen im Internet wurde die Bevölkerung damals auf die möglichen Gesundheitsrisiken aufmerksam gemacht.

Stammen meine Symptome wirklich vom Eichenprozessionsspinner?

Es ist möglich, die Symptome durch Brennhaare des Eichenprozessionsspinners mit Symptomen anderer Herkunft zu verwechseln. So können Hautreizungen, Pusteln und Juckreiz beispielsweise auch von Mücken, Flöhen, Grasmilben oder Bettwanzen ausgelöst werden. Auch diese Insekten breiten sich immer weiter aus.

Reizungen der Atemwege und der Augen können ebenfalls vielfältige andere Ursachen haben, wie zum Beispiel zu trockene oder zu feuchte Raumluft, Schimmel oder eine Hausstauballergie.

Wenn Sie unter besonders starken oder langanhaltenden Symptomen leiden, sollten Sie ärztlichen Rat einholen und auch andere Ursachen als den Eichenprozessionsspinner in Betracht ziehen.

Wann werden die Eichenprozessionsspinner wieder verschwinden?

Nach einhelliger Fachmeinung lässt sich die Population des Eichenprozessionsspinners weder durch mechanische Bekämpfungsmaßnahmen noch durch den Einsatz von Gift oder Bioziden dauerhaft verringern. Die Bestände rücken immer wieder von außen nach, da die Eichenprozessionsspinner sich am Ende ihres Lebenszyklus zu fliegenden Nachtfaltern entwickeln. Darüber hinaus legt jeder weibliche Nachtfalter mehrere hundert Eier.

Historische Daten zeigen jedoch, dass es in der Vergangenheit bereits mehrmals Zeiten gegeben hat, in denen besonders viele Eichenprozessionsspinner in Deutschland aufgetreten sind. Diese Phasen haben jeweils mehrere Jahre angedauert. Die Raupenpopulationen sind aber immer irgendwann wieder zurückgegangen.

Die Gründe dafür sind nicht ganz klar. Vielleicht hängt die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners mit der Temperatur zusammen. Die vergangenen Jahre waren sehr warm. Ein sehr kalter Winter könnte dafür sorgen, dass weniger Eier der Eichenprozessionsspinner bis zum Frühjahr überleben. Dann würden weniger Raupen schlüpfen. Ein kühler Sommer könnte bewirken, dass weniger Raupen sich bis zum Nachtfalter entwickeln und neue Eier legen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sich in Zukunft die Zahl der natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners erhöht. Wichtig ist, diesen natürlichen Feinden - wie zum Beispiel bestimmten Vogelarten und Schlupfwespenarten - einen Lebensraum zu bieten.

Hat die Samtgemeinde Herzlake vorbeugende Insektizide oder Biozide eingesetzt?

Die Gemeinde Herzlake hat entschieden, an einem stark betroffenen Bereich den Einsatz von Bioziden im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr zu testen.

Wir werden bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners allerdings vorrangig auf die mechanische Bekämpfung durch Absaugen setzen.

Warum sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners ein Problem?

Zum einen können die Raupen des Eichenprozessionsspinners bei massenhaftem Auftreten die befallenen Eichenbäume schädigen. Sie fressen insbesondere die jungen Triebe der Bäume. Das größere Problem besteht in den möglichen Gesundheitsgefahren, die von den Raupen des Eichenprozessionsspinners ausgehen. Die Raupen entwickeln im Laufe ihres Lebenszyklus winzige Brennhärchen. Diese Härchen können bei Menschen und Tieren gesundheitliche Probleme verursachen.

Zwar sehen die Raupen sehr haarig aus. Allerdings sind es nicht diese langen Haare, von denen die Gefährdung ausgeht. Die eigentlichen Brennhärchen sind viel kleiner und mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Sie sind nur 0,1 bis 0,3 Millimeter groß und haben Widerhaken. Sie dringen leicht in die Haut und in die Schleimhäute ein. Dabei geben sie den Stoff "Thaumetopoein" in die Haut ab. Das ist ein sogenanntes Nesselgift. Es kann beim Menschen und auch bei Tieren eine pseudoallergische Reaktion auslösen.

Die kleinen Härchen brechen leicht vom Raupenkörper ab. Außerdem können die Raupen sie zur Verteidigung abstoßen. Die Härchen verbreiten sich dann über den Wind in der Gegend rund um die befallenen Bäume. Auch in den Nestern der Raupen sind viele Brennhärchen enthalten. Die Härchen bleiben auch in den Nestern, nachdem diese verlassen wurden.

Warum sollte man die Nester nicht mit Feuer bekämpfen?

Bei einer Bekämpfung der Nester mit Feuer werden die Raupen in Alarmbereitschaft versetzt. Sie stoßen dann besonders viele ihrer Brandhaare ab. Diese werden dann in der Umgebung verwirbelt. Die Brandhaare enthalten ein Nesselgift, das zu pseudoallergischen Reaktionen führen kann.

Außerdem besteht, insbesondere bei warmem und trockenem Wetter die Gefahr, den betreffenden Baum oder das darunter liegende Laub in Brand zu setzen. Dann besteht Gefahr für Leib und Leben.

Es ist daher dringend davon abzuraten, Nester des Eichenprozessionsspinners mit Feuer zu bekämpfen.

Die Samtgemeinde Herzlake empfiehlt grundsätzlich die Beauftragung eines Fachunternehmens.

Warum werden nicht alle Nester entfernt?

Wir haben in der Samtgemeinde Herzlake einen starken aber nicht flächendeckenden Befall. Viele betroffene Bäume befinden sich an Standorten der Kategorie 4 oder sind so weit oben in den Bäumen. Dennoch werden so viele Nester wie möglich abgesaugt. Ebenso kann nicht verhindert werden, dass im kommenden Jahr genauso viele oder sogar noch mehr Raupen wiederkommen. Das ist die Meinung der Fachleute. Die Raupen verwandeln sich in Schmetterlinge. Sie können weite Strecken fliegen und legen sehr viele Eier. Es macht darum keinen großen Unterschied, wie viele Nester abgesaugt werden oder ob Gift oder Fallen eingesetzt werden. Die Raupen werden immer wieder kommen. Darum ist es gar nicht sinnvoll, wirklich alle Nester zu entfernen. Obwohl es wenig bringen würde, wäre es organisatorisch sehr aufwendig und sehr teuer.

Stattdessen will die Samtgemeinde so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich vor den akuten gesundheitlichen Risiken durch den Eichenprozessionsspinner schützen. Die Nester sollen vor allem da entfernt werden, wo viele Menschen sich regelmäßig aufhalten oder vorbeikommen. Um das zu erreichen, wurden vier Kategorien festgelegt. Diese Kategorien empfiehlt auch das Land Niedersachsen. Die Kategorisierung richtet sich nach Befallsstärke und Frequenz. Es wird also bewertet, wie stark ein Standort von Eichenprozessionsspinnern befallen ist und wie viele Menschen dort regelmäßig vorbeikommen.

Standorte der Kategorie 1 haben die höchste Priorität bei der Entfernung der Nester. Anschließend folgen die Standorte der Kategorien 2 und 3. An Standorten der Kategorie 4 werden die Nester nicht entfernt.

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Raupen- und Schmetterlingsart, die in mehreren europäischen Ländern und auch in Deutschland heimisch ist. Diese Schmetterlingsart hat sich in manchen Regionen in den vergangenen Jahren massenhaft vermehrt. Besonders betroffen sind der Nordosten und der Südwesten von Deutschland sowie Teile von Nordrhein-Westfalen. Diese Massenvermehrung ist Ausdruck einer natürlichen Populationsdynamik. Das heißt, dass es in der Vergangenheit schon mehrmals eine Zunahme und anschließend wieder einen Rückgang des Befalls mit Eichenprozessionsspinnern gegeben hat.

Was kann ich gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners tun?

Vielen Dank, dass Sie selbst einen Beitrag leisten möchten, um die Belastung durch den Eichenprozessionsspinner zu verringern! Sie können

  • Nester und Raupen des Eichenprozessionsspinners an ihren privaten Bäumen durch Fachunternehmen entfernen lassen.
  • Ihren Garten Vogel- und Insektenfreundlich gestalten
  • Nistkästen aufhängen
  • Etwas gegen den weltweiten Klimawandel tun

Was können die Brennhärchen des Eichenprozessionsspinners beim Menschen auslösen?

Häufig kommt es nach einem Kontakt mit den Brennhärchen zu Symptomen an der Haut. Diese reichen von Rötungen über mückenstichartige Pusteln bis hin zu einem Juckreiz, der manchmal sehr stark ist und mehrere Tage andauern kann. Das nennt man Raupendermatitis.

Seltener kommt es zu Reizungen der Schleimhäute der Atemwege. Die Symptome sind dann zum Beispiel Husten, eine Bronchitis oder Asthma. Auch die Augen können gereizt werden. Die Symptome sind dann zum Beispiel Rötungen, Juckreiz oder eine Bindehautentzündung.

In sehr seltenen Fällen können auch allgemeine Symptome wie Fieber oder Kreislaufreak­tionen ausgelöst werden.

Die Symptome und Reaktionen hängen sowohl von der Stärke des Kontakts als auch von der persönlichen Empfindlichkeit der betroffenen Person ab. Gegen die Symptome der Raupendermatitis helfen in der Regel Produkte aus der Apotheke. Bei besonders starken Symptomen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was tut die Samtgemeinde Herzlake gegen den Eichenprozessionsspinner?

Die Samtgemeinde Herzlake geht seit 2018 aktiv gegen den Eichenprozessionsspinner vor.

Seit 2019 geht sie von einem starken Befall an vielen Eichenbäume im gesamten Samtgemeindegebiet aus. Nach Ansicht von Fachleuten kann der Mensch durch sein Eingreifen nicht nennenswert beeinflussen, dass die Raupen jedes Jahr in größerer Zahl wiederkommen. Weder durch das Entfernen der Nester, noch durch den Einsatz von Gift, Bioziden, Fallen oder ähnlichen Bekämpfungsmethoden. Da die Raupen sich am Ende ihres Lebenszyklus zu fliegenden Nachtfaltern entwickeln, rücken die Bestände immer wieder von außen nach.

Ziel der Bekämpfungsmaßnahmen der Samtgemeinde Hezrlake ist daher nicht die Ausrottung des Eichenprozessionsspinners im Gemeindegebiet. Stattdessen sollen möglichst viele Nester und Raupen an den am stärksten genutzten Öffentlichen Einrichtungen sowie an öffentlichen Wegen und Plätzen entfernt werden. So soll die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes von Menschen und Tieren mit den Raupen und Nestern verringert werden.

Die Samtgemeinde Herzlake hat sich entschieden, die Raupen und Nester vorrangig auf mechanische Weise zu bekämpfen. Das bedeutet, dass sie die Nester mitsamt den Raupen von geeigneten Fachunternehmen oder von den Bauhofsmitarbeitern zum geeigneten Zeitpunkt absaugen lässt. Die Absaugung erfolgt dabei nicht im gesamten Samtgemeindegebiet, sondern anhand von Kategorien. Diese Kategorien werden entsprechend einer Empfehlung des Landes Niedersachsen eingeteilt.

Über neue Bekämpfungsmethoden und deren Effektivität hält sich die Samtgemeinde Herzlake stets auf dem Laufenden und steht dazu im Austausch mit mehreren Fachbetrieben, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie anderen Kommunen.

Darüber hinaus fördert die Samtgemeinde Herzlake die Ansiedlung natürlicher Fressfeinde der Eichenprozessionsspinner. Dies geschieht beispielsweise durch die Anlage von extensiv bewirtschafteten Blühflächen, Insektenhotels, Projekte zur Verbreitung von Nistkästen für Vögel sowie die Empfehlung insekten- und vogelfreundlicher Gartengestaltung.

Um die Bekämpfungsmaßnahmen mit denen der übrigen Kommunen im Landkreis sowie mit dem Gesundheitsamt zu koordinieren, beteiligt sich die Samtgemeinde Herzlake  an regelmäßigen Treffen, die vom Landkreis Emland organisiert werden.

Wie kann ich mich und meine Familie vor Gesundheitsrisiken durch den Eichenprozessionsspinner schützen?

Um sich selbst und ihre Familie zu schützen, sollten Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen:

  • Informieren Sie Ihre Familienmitglieder über den Eichenprozessionsspinner und die möglichen Gesundheitsgefahren.
  • Erklären Sie insbesondere Kindern, warum sie sich von den Raupen und Nestern fernhalten sollten.
  • Tragen Sie möglichst Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen, um einen Hautkontakt mit herumfliegenden Brennhaaren zu vermeiden.
  • Sollten Sie oder Ihre Familienmitglieder sehr empfindlich auf die Brennhaare reagieren, dann halten Sie sich möglichst gar nicht in der Nähe von Eichenbäumen auf.
  • Lassen Sie Raupen und Nester an Ihren privaten Bäumen von einer Fachfirma entfernen.
  • Helfen Sie mit, die natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners zu stärken, indem Sie beispielsweise Ihren eigenen Garten vogel- und insektenfreundlich gestalten.

Wie kann ich Nester an Bäumen oder auf dem Boden entsorgen?

Die Samtgemeinde Herzlake rät ausdrücklich davon ab, die Entfernung selbst vorzunehmen. Stattdessen sollten sie Nester und Raupen grundsätzlich von einem geeigneten Fachbetrieb entfernen lassen.

Der Kontakt mit den Brennhärchen der Raupen kann die Gesundheit gefährden. Die Brennhärchen sind sehr fein. Für den Umgang mit den Raupen und Nestern ist daher eine spezielle Schutzausrüstung notwendig. Fachbetriebe haben eine solche Ausrüstung. Außerdem haben sie die notwendige Technik.  

Ein Fachbetrieb kümmert sich auch um die fachgerechte Entsorgung der Raupen und Nester.

Wie sieht der Lebenszyklus des Eichenprozessionsspinners aus?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner (Notodontidae). Er bevorzugt warme und trockene Gebiete wie lichte Eichenwälder, Bestandsränder und auch Einzelbäume in Parks, Gärten, Freibadanlagen, Sportplätzen, Schulen oder entlang von Straßen und Wegen.

Die Eier werden von den Nachtfalter-Weibchen gelegt. Im September legen sie sie im oberen Kronenbereich von Eichenbäumen ab. Sie werden vom Weibchen grau getarnt. Ein Eigelege mit mehreren hundert Eiern ist nur etwa Daumennagelgroß. Auf der Rinde des Baumes ist es praktisch unsichtbar.

Von September bis April überwintern die Eier. Von Mitte April bis Anfang Mai fangen die Eichenbäume an, auszutreiben. Dann schlüpfen auch die Raupen. Sie wollen die jungen Eichentriebe fressen. Weil die Winter in den vergangenen Jahren sehr warm waren, sind die Bäume teilweise schon früher ausgetrieben. Die sind dann teilweise auch schon früher geschlüpft.

Bis zur Verpuppung durchlaufen die Raupen sechs Entwicklungsstadien. Dabei fressen sie austreibende Eichenblätter. Sie leben in Kolonien. Eine Kolonie kann aus mehreren tausend Tieren bestehen.

Ab dem dritten Larvenstadium verstecken sich die Raupen tagsüber in Nestern. Diese Nester spinnen sie selber. Man kann sie dann an immer mehr Bäumen sehen. Abends wandern die Raupen in großen Prozessionen von den Nestern in die Baumkronen. Nachts fressen sie dort. Im Morgengrauen wandern sie zurück in die Nester.

Ab dem dritten Larvenstadium bekommen die Raupen außerdem ihre Brennhärchen. Darum ist das Risiko, mit diesen Brennhärchen in Kontakt zu kommen, während der Raupenfraßzeit am größten. Viele Brennhaare stecken auch in den Nestern.

Spätestens Ende Juni verpuppen sich die Raupen. Das tun sie in den Nestern. In ihren Kokons entwickeln sie sich zu unscheinbaren Nachtfaltern weiter. In dieser Zeit ist das Absaugen der Nester durch Fachfirmen besonders sinnvoll, weil sich alle Raupen in den Nestern befinden.

Ungefähr im August schlüpfen die Nachtfalter und fliegen aus den Nestern aus. Die Raupenhaut mit den Brennhärchen bleibt im Nest zurück. Die Nester bleiben somit ein Gesundheitsrisiko. Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie lange die Härchen aktiv bleiben.

Bis September breiten sich die geschlüpften Nachtfalter aus und legen schließlich neue Eier an Bäumen ab. Damit beginnt ein neuer Lebenszyklus.