Dorferneuerungsmaßnahmen Herßum

Veröffentlicht am: 09.06.2021

Förderung bis zu 90 Prozent

Herßum wird im Rahmen der Dorferneuerung aufgehübscht

Text und Fotos: Martin Reinholz

In der Ortschaft Herßum der Gemeinde Lähden sind zahlreiche Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung geplant.

Nun erhielt die Kommune einen Förderbescheid von bis zu 500 000 Euro. Im Rahmen eines Ortstermins am Teepohl in Herßum überbrachten Lähdens Bürgermeister Franz Strüwing (CDU) und Gemeindedirektor Ludwig Pleus den Herßumer Ratsherren Andreas Westermann (CDU) und Johannes Wolters (SPD) die freudige Nachricht über den positiven Förderbescheid.

Für die geplanten umfangreichen Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung sind insgesamt 565 000 Euro veranschlagt, erklärte Gemeindedirektor Ludwig Pleus beim Ortstermin. Dadurch sei eine „ortsbildgerechte Aufwertung sowie barrierefreier und verkehrssicherer Ausbau des Dorfmittelpunktes von Herßum gewährleistet“, fügte Pleus hinzu.

Der Ortsteil Herßum in der Gemeinde Lähden gehört zur Dorfregion Holte, Lastrup und Herßum. Die Dorfregion wurde im Frühjahr 2014 in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen. Im Rahmen der Dorfentwicklung plant die Gemeinde Lähden „durch die gemeinschaftliche Umsetzung mehrerer Maßnahmen in unmittelbarere Nähe der Landesstraße 55 den Dorfmittelpunkt des Ortes Herßum attraktiver zu gestalten, aber vor allem auch für die Bürgerinnen und Bürger sowie für Touristen verkehrssicher und barrierefrei auszubauen“, ergänzte Bürgermeister Franz Strüwing. „Die Maßnahmen werden komplett in diesem Jahr umgesetzt“, kündigte der Bürgermeister an.

Die Ratsmitglieder Andreas Westermann und Johannes Wolters freuten sich über die „einmalige großartige Entwicklungschance“ für Herßum und erläuterten im Einzelnen die geplanten Maßnahmen.

Sanierung Glockenturms und Neugestaltung des Umfeldes

Das Umfeld des Herßumer Glockenturmes soll attraktiver gestaltet werden, da es wenig einladend wirke, erklärte Johannes Wolters. Hierbei sei geplant, Hecken und Bäume entlang des Fußgänger- und Radweges von dem Standort Teepohl aus kommend zu pflanzen, so Wolters. Ferner sei die Bepflanzung mehrerer Einzelbäume in Richtung des Ortsteiles Vinnen der Gemeinde Lähden vorgesehen. Dadurch solle eine Trennung des Randbereiches vom Straßenverkehr erzielt werden, um so die Verkehrssicherheit und Übersichtlichkeit für die Allgemeinheit zu verbessern, so der SPD Ratsherr.

Der im Jahre 1904 als Glockenturm der damaligen Bet- und Lehrschule ist „dringend sanierungsbedürftig“, so Wolters weiter. Da es sich um ein Baudenkmal handelt, bedürfe es einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung, ergänzte Gemeindedirektor Pleus. Sämtliche Arbeiten am „dringend sanierungsbedürftigen“ Glockenturm wurden bereits im Vorfeld mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Emsland abgestimmt, so Pleus.

„Dieses Wahrzeichen unseres Ortes soll erhalten und als Anziehungspunkt für Radwanderer und Gäste aufgewertet werden, kündigte Andreas Westermann an. Es sei ferner vorgesehen vor dem Glockenturm Informationstafeln zur Geschichte der Schule und des Dorfes aufzustellen, um den geschichtlichen Wert des Gebäudes aufrecht zu erhalten. Weiterhin würden die Informationstafeln zum Verweilen am Glockenturm einladen und hätten einen lehrenden Charakter, meinte Westermann.

Mehrgenerationenspielplatz

Hinter dem Dorfgemeinschaftshaus (alte Schule), welches derzeit ebenfalls im Rahmen des Dorfentwicklungsplanes saniert wird, soll auf einer zurzeit brach liegenden Fläche ein Mehrgenerationenplatz entstehen, berichtete Andreas Westermann.

Diese Fläche sei derzeit ungenutzt und würde nach Umsetzung den Standort des Dorfgemeinschaftshauses erheblich aufwerten, so Westermann weiter. Zudem sei sie groß genug für die Gestaltung eines Mehrgenerationenplatzes. So komme beispielsweise die Errichtung einer öffentlichen WC-Anlage im Dorfgemeinschaftshaus beiden Maßnahmen zu Gute.

„Das wesentliche Ziel des Mehrgenerationenspielplatzes“, erklärte Bürgermeister Franz Strüwing, „ist die Förderung der Lebensgemeinschaft aller Altersgruppen. Sowohl Jung als auch Alt soll die Möglichkeit eröffnet werden, eine Vielfalt an sportlichen Angeboten zu nutzen und nebenbei soziale Kontakte zu knüpfen.“ Aus diesem Grund sei die barrierefreie Erreichbarkeit des Mehrgenerationenspielplatzes ein wichtiger Punkt in der Umsetzung, betonte Strüwing weiter.

Die Zuwegung werde mit Gestaltungspflaster in einer ortsbildgerechten Optik eingedeckt, ergänzte Ludwig Pleus. Zudem werde das Dorfgemeinschaftshaus mit ausreichend zur Verfügung stehenden Parkplätzen für Pkw`s und Fahrräder ausgestattet. Um das Umfeld vollumfänglich aufzuwerten und ansprechend zu gestalten, aber auch möglichst wenig Fläche zu versiegeln sei zudem geplant, Beete mit Hochstämmen und Beete mit einer niedrigen Bepflanzung anzupflanzen. Weiterhin werde das Umfeld des Dorfgemeinschaftshauses bis zum Mehrgenerationenspielplatz mit einer entsprechenden Beleuchtung ausgestattet.

Ferner sollen eine Wetterschutzhütte in ortsbildgerechter Gestaltung sowie eine Sitzgruppe und mehrere Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Diese würden teilwiese so platziert, dass der bereits vorhandene Baumbestand ausreichend Schatten spenden könne. In der Umsetzung der entsprechenden Spielgeräte werde das Ziel verfolgt, Bewegungs- und Spielgeräte für alle Altersgruppen an einem zentral gelegenen Ort im Dorf zu installieren, so die Gemeindevertreter.

Sanierung Teepohl

Johannes Wolters erläuterte die Bedeutung des Teepohls in Herßum als weiteres Wahrzeichen des Ortes. In früheren Zeiten diente die zentral gelegene Wasserstelle als Viehtränke und war ein Ort, wo Mensch und Tier zusammenkamen.

Der vor mehreren Jahrzehnten wieder renaturierte Teepohl hat sich zu einem Treffpunkt in Herßum entwickelt, so Wolters weiter. Die gegenwärtige Bestandssituation sei jedoch sehr abgängig und lasse ein Zusammentreffen und Verweilen kaum noch zu. Wolters: „Der Platz am Teepohl sowie die zugehörigen Wege sind stark beschädigt und nur noch schwer begehbar. Es ist erforderlich, einige Wegeverbindungen sogar komplett neu zu erstellen.“

Geplant sei, das vorhandene Betonsteinpflaster aufzunehmen, den Boden abzutragen und mit einem ortstypischen Gestaltungspflaster neu zu befestigen. Weiterhin solle die wassergebundene Wegedecke durch eine dynamische Schicht als wasserregulierende Funktionslage saniert werden. Entlang des Pflasterweges sei beabsichtigt, mehrere Sitzgelegenheiten sowie energieeffiziente Beleuchtungskörper aufzustellen, um eine Anlaufstelle für Bürger und Bürgerinnen sowie für Touristen zu schaffen, erläuterte Gemeindedirektor Pleus die Detailplanungen. Zur Steigerung der touristischen Attraktivität sollen zudem Lehr- und Informationstafeln aufgestellt werden. Eine weitere Maßnahme im Bereich des Teepohls ist die Anbringung eines Insektenhotels, um die Naturverbundenheit dieses Ortes zu stärken sowie einen Beitrag zur Förderung des Klimaschutzes zu leisten.

Neugestaltung Bushaltestelle Teepohl an der L55

Die bestehende Bushaltestelle Teepohl sei nicht behindertengerecht ausgebaut und entspriche nicht den Vorgaben des Öffentlichen Personen- und Nahverkehrs (ÖPNV), stellte Pleus fest. Es fehlten Leiteinrichtungen für Sehbehinderte und Buskappsteine für einen barrierefreien Einstieg in die Busse. Auch die vorhandene Beleuchtung sei nicht ausreichend. Einfahrende Busse aus Holte Richtung Herßum hätten bei der Ausfahrt einen sehr ungünstigen und schlechten Sichtwinkel von weit mehr als 90 Prozent. Die derzeitige Haltestelle stelle für Fahrgäste weitere Gefahren dar. So ist die Erreichbarkeit der Haltestelle vom Radweg entlang der Landesstraße 55 fußläufig nur mittels Querung der Landesstraße möglich, beschrieb Pleus die derzeitige Situation. Jedoch gebe es hier keinerlei Querungshilfen oder eine Dunkelampel. Die Bushaltestelle soll vollständig neugestaltet werden, kündigte der Gemeindedirektor an. Es werden sichere Fuß-/Radwege eingerichtet. Diese zentrale Haltestelle wird mit Leiteinrichtungen für Sehbehinderte, Buskappsteine für den barrierefreien Einstieg in Niederflurbusse, ausreichend Fahrradständer sowie einem Unterstand ausgestattet. Auf der Südseite der Landesstraße 55 wird an der Fahrbahn eine separate Haltestelle eingerichtet, um das Ein- und Aussteigen in Fahrtrichtung Herßum zu ermöglichen, ohne dass der Bus in die Haltestelle einfahren muss. Weiterhin erfolge die Einrichtung einer Querungshilfe auf der Landesstraße 55. Die geplante Maßnahme sei aus Sicht der Verkehrssicherheit und aus praktischen Erwägungen sinnvoll, erklärte Pleus. Das vorhandene Wartehäuschen soll erhalten bleiben.

Verlegung Kriegerdenkmal

Das Kriegerehrenmal befindet sich derzeit in unmittelbarere Nähe zum Glockenturm auf einem privaten Grundstück, erklärte Johannes Wolters, der auch Vorsitzender des Herßumer Schützenvereins ist. Dieses habe für die Herßumer Bevölkerung eine große Bedeutung, betonte Wolters, so dass wiederkehrende Veranstaltungen und Gedenken zu Ehren der Gefallenen der Weltkriege dort stattfinden. Für Außenstehende wirke diese historische Attraktivität aufgrund der nicht ansprechenden Umgebung und vor allem aufgrund des unpassenden Standortes wenig anziehend, meinte der Schützenvorsitzende. Daher erfolge eine Verlagerung des Kriegerehrenmales zum Teepohl.

Zu den Bildern:

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Freuten sich über den Bewilligungsbescheid über 500 000 Euro für die Dorferneuerung in Herßum: Andreas Westermann (von links), Ludwig Pleus, Johannes Wolters und Franz Strüwing am Teepohl in Herßum.

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Das Kriegerdenkmal in Herßum (rechts im Bild) soll von der Ortsmitte zum Teepohl verlegt werden. Der im Jahr 1904 errichtete Glockenturm wird komplett saniert.

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Der Zahn der Zeit hat kräftig am Herßumer Glockenturm genagt. Eine Sanierung ist notwendig.

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Der Teepohl in Herßum soll eine neue Beleuchtung und neue Wege erhalten.

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Die Herßumer Bushaltestelle wird barrierefrei und nach neuesten verkehrstechnischen Aspekten umgebaut. Das Wartehäuschen soll erhalten bleiben.